Union-Theater (Ufa-Palast) Saarbrücken

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Geschichte

  • 1911 eröffnete Paul Davidson (1867 - 1927) die Union-Theater-Lichtspiele der Bahnhofstraße 31/33 im damaligen Kaufhaus Weil & Söhne (später Weinhold, heute P&C) nachdem er bereits 1906 in Mannheim sein erstes "Union-Theater" in Betrieb genommen hatte. 1913 besaß er 56 Kinos in Deutschland, Belgien und Ungarn. Das Union-Theater in der Bahnhofstraße hatte ca. 380 Sitzplätze.
  • 1915 übernahm Paul Davidsons jüngerer Bruder John Davidson (1873 – 1937) das Saarbrücker Union-Theater.
  • 1921: "Saarbrücken. Wie wir bereits vor einigen Monaten mitteilen konnten, hat Herr Davidson, der Besitzer der U.-T.- und Kammerlichtspiele, ein großes Areal in der Dudweiler Straße erworben, um dort ein großes Lichtspielhaus zu erbauen. Nachdem die U.-T. Lichtspiele am 1. August ihre Pforten geschlossen haben, und die Kammerlichtspiele neu bestuhlt und renoviert worden sind, und auch der Vorraum bedeutend vergrößert und mit einer wundervollen Effektbeleuchtung versehen wurde, ist mit dem Bau des neuen Lichtspielhauses nach Beendigung des Maurer Streiks begonnen worden. Der Rohbau, ein großangelegter Kuppelbau, wird in Eisenbeton von der Firma Dyckerhoff und Widmann ausgeführt. Die ausführende Firma sind die Architekten Brugger und Seifert in Saarbrücken. Der Rohbau soll vor Eintritt der Frostperiode unter Dach und Fach sein, so daß das Theater rechtzeitig zur nächsten Spielsaison eröffnet werden kann." aus: Der Kinomatograph 761/8. September 1921
  • Am 5. Oktober 1922 eröffnete dann John Davidson das neue Union-Theater am Standort Dudweilerstraße 2. Das Kino in der Bahnhofstraße wurde zuvor geschlossen, die Mietverträge mit Weil & Söhne ließ Davidson auslaufen. "John Davidson, der Besitzer der Kammer-Lichtspiele in Saarbrücken, eröffnet dort nach den Entwürfen des Architekten Rudolf Seifert ein zweites großes Lichtspielhaus, das architektonisch eins der schönsten deutschen Theater sein soll. Davidson, der es verstanden hat, auch das zahlreiche französische Publikum im Saarland für den deutschen Film zu interessieren, eröffnet das ca. 1500 Personen fassende neue Theater mit dem Lubitsch-Film „Das Weib des Pharao". Dem Einweihungsakt werden Vertreter der Saarbrückener Regierung beiwohnen. Ebenso haben prominente Mitglieder der deutschen Filmindustrie ihr Erscheinen zugesagt." Der Kinematograph Nr. 813 17. September 1922 "Saarbrücken. Am 20. September- wurde hier das U.-T., Union-Theater, eröffnet." Der Kinematograph Nr. 814 24. September 1922 Laut dem Artikel "Die Saarbrücker Villa Davidson" musste der ursprüngliche Termin 20. September 1922 auf den 5. Oktober verschoben werden, weil ein Stück Stuck von der Decke fiel.
  • In Folge der Weltwirtschaftkrise musste Davidson Konkurs anmelden. Ende 1932 ersteigerte Berliner Filmproduktionsfirma UFA das Kino und führte es unter dem Namen "Ufa-Palast" weiter.
  • Am Endes des 2. Weltkriegs wurde das Gebäude vollkommen zerstört, vermutlich bei dem Bombenangriff in der Nacht zum 6. Oktober 1944
  • 1949 wurde das Kino wieder unter dem Namen Union-Theater UT wiedereröffnet. Bis zum Bau des "Saarcenter"-Hochhauses in den späten 1960er Jahren hatten die Gebäude einen provisorischen Zustand, der Zugang erfolgte von der Dudweilerstraße aus über einen mit Holzbrettern gesicherten Baustellenweg.
  • Nach der Liquidation der UFA in den 1950er Jahren wechselte das Kino mehrmals den Besitzer bis es 1991 von der Saarfilm GmbH übernommen wurde, s.a. UT-Kinos_(Saarbrücken)

Quellen

  • Kino-Adressbuch: Film-_und_Kino-Adressbuch
  • Buchholz, Axel, Böcker, Axel u. Weszkalnys, Stefan: Die Saarbrücker „Villa Davidson“ - Das Geburtshaus des Rundfunks an der Saar: Online auf den Webseiten des Saarländischen Rundfunks: Villa Davidson
  • Saarländische Kinos, Union-Theater (U.T.) auf Rainer Freyers "Saar-Nostalgie"-Seiten