Westeregeln Deutsches Haus

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Postkarte ca. 1932, Deutsches Haus Westeregeln

Das Hotel Deutsches Haus (auch Drewes Gasthof) wurde vor 1920 auch "Gasthof zum Deutschen Kaiser" genannt. Dieses Geschäftshaus hat eine lange Tradition erst Kino, Cafe, usw. bis zur Drogerie und Fleicherfachgeschäft. Geschäftshaus in der Breiten Straße, meinestadt.de Heute befindet sich dort ein Drogeriemarkt, die Adresse ist weiterhin Breite Straße 15.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Hakeborn, Etgersleben und Westeregeln zur neuen Gemeinde Börde-Hakel zusammen. [1]

Geschichte

Nach 1919 erfolgte die Übergabe des Gaststättenbetriebes von Friedrich Drewes auf Willi Paul Drewes. Durch ihn bekam auch das Anwesen den Namen „Deutsches Haus“. Ende der 20-er Jahre installierte die Familie Drewes im Saal ein Kino mit einer Filmvorführmaschine (damals noch für Stummfilme). Da es im Dorf noch keinen elektrischen Strom gab, wurde die Maschine von einem hinter dem Gebäude stehenden Generator betrieben. Erst nach 1929 konnte die für den Kinobetrieb benötigte Energie aus dem örtlichen Netz gezogen werden.

Für diesen Kinobetrieb musste der Saal umfunktioniert werden. Er wurde quasi um 180 Grad gedreht. Der Vorführraum befand sich im Süden im Winkel zwischen Außenwand und Bühne, die Leinwand vor den abgedunkelten großen Fenstern im Norden. Zum Vorführraum führte vom Alten Friedhof eine Eisentreppe hinauf, da die feuerpolizeilichen Bestimmungen verlangten, dass die Maschinen mit ihren Lichtbogenlampen nicht mit dem Zuschauerraum in Verbindung stehen dürfen, denn das Filmmaterial war leicht entflammbar. Die kleinen Lichtaustrittslöcher waren durch einen einfachen, aber wirksamen Sicherheitsverschluss gegen Brand gesichert. Da der Saal eine einfache Bestuhlung besaß, konnte er auch weiterhin für Tanzveranstaltungen und andere Geselligkeiten genutzt werden. Dieses einfache Kino wurde etliche Jahre später an den Fahrradhändler Otto Römmert verpachtet. Dieser kaufte eine zweite Vorführmaschine, so dass die unliebsamen Pausen, die durch das Wechseln der großen Filmspulen verursacht wurden, entfielen.

1945 wurde Otto Römmert enteignet und der Kinobetrieb verstaatlicht. Lange Zeit, bis in die frühen 60-er firmierte das Westeregelner Kino unter dem Namen "DeHA – Lichtspiele Westeregeln" und spielte an drei Tagen der Woche: Mittwoch, Sonnabend und Sonntag. Am Sonntag gab es dann in der Regel auch drei Veranstaltungen: 15.00 Uhr für die Kinder, 17.00 Uhr für die Jugendlichen, 20.00 Uhr für die Erwachsenen. Stand ein „Reißer“ auf dem Programm, reichte die Warteschlange über die breite Treppe bis auf die Straße, denn die Eintrittspreise waren äußerst billig und so für jeden erschwinglich. Nach 1960, nachdem das Fernsehen in unsere Stuben Einzug gehalten hatte, waren die Tage des Kinos gezählt. Es schloss, und der „Landfilm“ bespielte nur noch sporadisch in den folgenden Jahren den Lindensaal auf der anderen Straßenseite. Hier erlebte ich noch in den 80-er Jahren „Dirty Dancing“ in einem vollen Raum. Aber das war technisch gegenüber dem festen Kino im Drewes'schen Saal ein Rückschritt.

aus: Egelner Mulde Nachrichten, Ausgabe 05/08, 1. März 2008 Text: Im Auftrage des Heimatvereins Westeregeln, Günter Stock, Wolfgang Meyer

Kinodaten

  • 1921 (Ohne Angaben)
  • 1925 Lichtspieltheater, Breite Str. 15. (Drewes Gasthof), 1 Tag im Winter, Gr: 1920, 250 Plätze, Inh: Carl Dannemann, Feldstraße 3
  • 1927 Berckes Lichtspiel-Theater, Inh: Otto Bercke, Wernigerode, TA: Otto Bercke, Wernigerode. Sptg: Unbestimmt. Etwa 400 Plätze, Bühne: 5x8m.
  • 1928 Lichtspieltheater, Breite Str. 15, (Drewes Gasthof), Gr: 1920, 1 Tag im Winter, 250 Plätze, Inh: Otto Berke, Wernigerode
  • 1929 Lichtspieltheater, Breite Straße 15, (Drewes Gasthof), F: Egeln 89, Gr: 1927, 1 Tag im Winter, 312 Plätze, Inh: Willi Drewes, Breite Straße 15
  • 1930 Lichtspieltheater, Breite Straße 15, (Drewes Gasthof), F: Egeln 89, Gr: 1927, 1 Tag im Winter, Bühne: 40 qm, 320 Plätze, Inh: Willy Drewes, ebenda
  • 1931 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: Egeln 89, Gr: 1927, 1 Tag, Bühne: 42qm, 312 Plätze, Inh: Willy Drewes, ebenda
  • 1932 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: Egeln 89, Gründung 1927, 1 Tag, Bühne: 42 qm, 312 Plätze, Inh: Willy Drewes
  • 1933 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: Egeln 89, Gründung 1927, 1-2 Tage, Bühne: 42 qm, 312 Plätze, Inh: Willy Drewes
  • 1934 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: Egeln 89, Gr: 1927, 1-2 Tage, Bühne: 42qm, 312 Plätze, Inh: Willy Drewes, ebenda
  • 1937 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: Egeln 89, Gründung 1927, 1 Tag, Bühne: 42 qm, 312 Plätze, Inh: Otto Römmert, Breite Str. 66
  • 1938 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: 289, Gründung 1927, 1 Tag, Bühne: 42qm, 312 Plätze, Inh: Otto Römmert, Breite Str. 66
  • 1939 Lichtspiele Deutsches Haus, Breite Straße 15, F: Egeln 289 Gr: 1927, Bühne: 42qm, Inh: Otto Römmert, Breite Straße 66, 312 Plätze, 1-2 Tage
  • 1940 Lichtspiele Deutsches Haus, Straße der SA 15, F: Egeln 289, Gr: 1927, Bühne: 42qm, 312 Plätze, 2 Tage, Inh: Otto Römmert Straße der SA 66
  • 1941 Lichtspiele Deutsches Haus, Straße der SA 15, F: 289, Gründung 1927, 312 Plätze, 4 Tage, Inh: Otto Römmert, Straße der SA 58, F: 289
  • 1949 Deha-Lichtspiele, 312 Plätze
  • 1950 De-Ha-Lichtspiele, 303 Plätze